Aufzeichnung vom 02.04.2004
Frage:
Wie beurteilen Sie als Aussteller auf der Südblech 2004 den bisherigen
Verlauf der Messe?
Guido Herz:
Das bisherige Messeergebnis stellt uns durchaus zufrieden.
Neben vielen Gesprächen mit bestehenden Kunden kamen einige sehr
interessante neue Kontakte zustande.
Positiv ist uns aufgefallen, dass viele Entscheider die Messe besucht
haben und dadurch auch sehr konkrete Gespräche geführt werden konnten.
Frage:
Welche Produkte und Neuheiten stellen Sie auf der Messe aus?
Guido Herz:
Hier in Sinsheim zeigen wir die komplette Produktpalette von
CAD/CAM-Systemen mit PPS-Anbindung speziell für die Blechbearbeitung.
Darüber hinaus bieten wir viele Sonderlösungen, die auf spezielle
Bedürfnisse der Blechverarbeiter zugeschnitten sind und zeigen hier auch
eigene Entwicklungen wie z.B. den Support des Wheel-Werkzeugs für viele
ältere Trumpf-Maschinen und eine komplette Neuentwicklung zur Steuerung
von Doppelkopf-Laseranlagen, die während des laufenden Betriebs die
Abstände der Köpfe zueinander ändern können.
Frage:
Können Sie schon beurteilen, was am meisten nachgefragt wurde?
Guido Herz:
Das größte Interesse konnten wir bei Produkten wie dem Wheel-Support
verzeichnen, auch 3D-Biegesimulations-Lösungen waren sehr gefragt und
natürlich vor dem Hintergrund steigender Blechpreise der ganz neue
Hochleistungsschachtler. Der Hochleistungsschachtler war ja ursprünglich
gar nicht für die Blechverarbeitung entwickelt worden, sondern für die
Luft- und Raumfahrtindustrie, wo erheblich teurere Materialien
geschnitten werden. Da jetzt auch das Rohmaterial für die
Blechverarbeiter teurer geworden ist, ist diese Entwicklung inzwischen
auch für diesen Industriebereich interessant geworden.
Frage:
Können Sie Veränderungen im Kaufverhalten der Blechverarbeiter
feststellen?
Guido Herz:
Das können wir. Zumindest ein Teil unserer Klientel steht unter einem
deutlich gestiegenen Kostendruck. Das heißt, dass Blechverarbeiter in
dieser Situation vor jeder Investition sehr genau das "return on
investment" überprüfen. Das hat dann natürlich zur Folge, das Firmen,
die gut zu tun haben und an ihrer Kapazitätsgrenze produzieren, nach
Lösungen suchen, die die Effizienz der Programmierung steigern. Dazu
gehören der eben angesprochene Hochleistungsschachtler, dazu gehören
aber auch Lösungen zur Parameterprogrammierung, PPS-Anbindungen und
natürlich die CAD-Durchgängigkeit, d.h. dass direkt vom CAD- oder
PPS-System aus Teile der Programmierung miterledigt werden können.
Kleinere Firmen suchen aber eher nach Lösungen für bestimmte Aufträge
oder nach Gesamtkonzepten, die ihren aktuellen Bedarf abdecken und
möglichst offen sind für weitere Entwicklungen in der Zukunft. Gerade
hier wird dann nach günstigen Preis-Leistungs-Verhältnissen gefragt.
Frage:
Sie erwähnten im Vorgespräch, dass sie auf der diesjährigen Euroblech
nicht vertreten sein werden. Wie kommt dies?
Guido Herz:
Das ist das Ergebnis einer strategischen Entscheidung aus dem letzten
Jahr, bei der ausschlaggebend war, dass die Euroblech eine Messe mit
starker internationaler Ausrichtung ist. Da wir planen, uns
mittelfristig auf den deutschsprachigen Raum zu konzentrieren, ist die
Euroblech für uns nicht so interessant. Zum anderen ist es auch so, dass
wir im letzten Jahr in vielen Bereichen die Preise deutlich gesenkt
haben und ein Mittel der Gegenfinanzierung ist natürlich, dass wir jedes
Messeengagement auf sein "return on investment" prüfen. Auch wenn Messen
für uns auch in Zukunft ein wichtiges Marketinginstrument bleiben
werden, müssen wir doch im Moment feststellen, dass ein gutes
Preis-Leistungs-Verhältnis die Kunden eher überzeugt als eine groß angelegte Messeshow.
Frage:
Was sehen Sie als die wichtigsten Entwicklungen der nächsten Jahre an?
Guido Herz:
Kern einer jeden Entwicklung müssen funktionierende und vollständige
Postprozessoren sein. Wenn sich ein Blechbearbeiter eine aktuelle
Stanz-, Laser- oder Kombimaschine kauft, ist da mittlerweile so viel
Technik drin, die auch über das Programmiersystem angesprochen wird.
Diese Technik muss man als freier Hersteller ganz einfach umfassend
beherrschen. Das trifft sowohl für neue Einstecharten als auch für neue
Arten der Abarbeitungswege auf der Tafel zu. Beim Stanzen geht es dann
darum, dass sämtliche Sonderwerkzeugformen und Sonderfunktionen, die mit
den Stanzwerkzeugen gemacht werden, ebenfalls vollständig unterstützt
werden. Das ist die Basis für alle weiteren Entwicklungen. Darauf
aufbauend werden die Module zur vollautomatischen Programmierung zum
einen über direkte Schnittstellen zum PPS-System, zum anderen aber auch
über Parametrisierung weiter ausgebaut und in diesem Zusammenhang sind
dann auch Entwicklungen für eine direkte Steuerung der Maschine vom CAD
aus zu sehen.
Frage:
In welchen Bereichen unterscheiden Sie sich von ihren Wettbewerbern?
Guido Herz:
Unsere Produkte haben in den letzten Jahrzehnten bei mehreren tausend
Blechbearbeitern ihre Funktionalität bewiesen. Wir bieten Produkte an,
die nicht nur höchsten technischen Ansprüchen genügen, sondern auch so
einfach gestaltet sind, dass sie von jedermann bedient werden können.
